Noch vor wenigen Jahren war das Areal wenig attraktiv, es gab viel Leerstand, halb verfallene Lagerhäuser und eine kaputte Infrastruktur. Für die in Krefeld zahlreichen Großmarkt-Fans fiel das allerdings kaum ins Gewicht, denn in der dort angesiedelten Gastronomie war man schon immer erfindungsreich und sehr bemüht, das Ambiente so zu gestalten, dass sich alle wohlfühlen können. Doch durch den zunehmenden Verfall der Gebäude und der Infrastruktur musste etwas geschehen. Sanierung ja oder nein – so lautete die Frage für die Stadtverwaltung. Man entschied sich für die Entwicklung des Geländes und investierte.
Eine kluge Entscheidung, das ist inzwischen deutlich geworden: Zahlreiche neue Mieter haben hier ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen, bieten Gastro-Erlebnisse ebenso wie Feinkost, Obst und Gemüse, Käse und andere Lebensmittel. Aber auch Fahrräder kann man hier kaufen.
Jetzt hat die Stadt Krefeld bekanntgegeben, dass die letzten Baken, Absperrungen und Baustellenschilder vom Krefelder Großmarkt abgebaut werden: Die Sanierung ist abgeschlossen. Insgesamt wurden hier von städtischer Seite rund 6 Millionen Euro investiert, die Mieter haben ebenfalls hohe Summen beigesteuert. „Der Großmarkt war ein Rohdiamant, der geschliffen werden musste“, sagt Klaus Richter, der beim Zentralen Gebäudemanagement der Stadt Krefeld (ZGM) seit 2012 für das Gelände zuständig ist und seit 2018 die Projektentwicklung für das Areal betreut. Marode Abwasserkanäle wurden saniert, Gas- und Wasserleitungen erneuert und ein Glasfasernetz installiert. Auch die Gefahr der Überschwemmung des unter Straßenniveau liegenden Geländes ist gebannt: Unterirdische Anlagen können rund 600 Kubikmeter Regenwasser auffangen.
Darüber hinaus wurden alte Mietverträge für Lagerräume gekündigt und stattdessen Gastronomie und Einzelhändler angesiedelt. „Wichtig war uns dabei, Vielfalt zu schaffen“, betont Klaus Richter. „Vom Banker bis zum Punker sollen sich hier alle wohlfühlen.“
Ein weiterer Erfolg: Der Großmarkt ist nun „komplett“ – im Sinne von voll vermietet. In Kürze werde ein vietnamesischer Betreiber mit einem Mix aus Einzelhandel und Gastronomie den letzten freien Gebäudeteil übernehmen und das ohnehin schon international geprägte Angebot um eine weitere attraktive Komponente ergänzen, kündigt Astrid Schüßler an. Die Leiterin des Zentralen Gebäudemanagements (ZGM) der Stadt Krefeld ist überzeugt davon, dass der Großmarkt in Zukunft noch stärker über Krefeld hinaus ausstrahlen und Gäste aus dem näheren und weiteren Umfeld anziehen wird: „Durch die Sanierung ist ein Sehnsuchtsort für viele Menschen entstanden.“