14. September: Infoveranstaltung über moderne Behandlungswege bei Schlafapnoe Gefährliche Atemaussetzer

Mönchengladbach · Am 14. September stellen Fachleute aus HNO-Heilkunde, Neurologie, Pneumologie und Zahnmedizin in den Kliniken Maria Hilf moderne Behandlungswege bei Schlafapnoe vor. Der Eintritt ist frei.

Am 14.September laden die Kliniken Maria Hilf zur Info-Veranstaltung rund ums Thema Schlafapnoe ein.

Foto: KMH/Kliniken Maria Hilf

Lautes Schnarchen, unruhiger Schlaf, morgendliche Kopfschmerzen und eine Schläfrigkeit am Tag: Was viele Betroffene jahrelang als lästige Begleiterscheinung abtun, kann Zeichen einer obstruktiven Schlafapnoe sein. Bei dieser Erkrankung erschlafft im Schlaf die Muskulatur im Rachenraum, die Atemwege verengen sich, der Atem setzt immer wieder für Sekunden aus. Der Körper reagiert mit kurzen Weckreaktionen – der Schlaf verliert seine Erholungsfunktion, ohne dass die Betroffenen davon etwas mitbekommen. Über die Erkrankung und die heute verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten informieren die Kliniken Maria Hilf am Montag, 14. September, bei der Patientenveranstaltung „Schlafapnoe individuell behandeln“.

Dass die nächtlichen Atemaussetzer weit mehr sind als ein Schlafproblem, ist der Ausgangspunkt des Abends. Eine unbehandelte Schlafapnoe belastet dauerhaft Herz und Kreislauf: Sie gilt als Risikofaktor für Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche und Schlaganfall. Hinzu kommen Folgen, die den Alltag unmittelbar prägen – Konzentrationsstörungen, Leistungsabfall, Gereiztheit und eine deutlich erhöhte Unfallgefahr, etwa durch Sekundenschlaf am Steuer. „Viele Patienten kommen zu uns, weil ihr Partner sich Sorgen macht. Dass hinter der Tagesmüdigkeit auch ein kardiovaskuläres Risiko stecken kann, ist den wenigsten bewusst“, sagt Igor Grigoriev, Oberarzt der Klinik für Neurologie.

Ein ambulanter Test zu Hause liefert erste Hinweise. Die genaue Einordnung erfolgt im Schlaflabor. Erst diese Messungen zeigen, wie ausgeprägt die Erkrankung ist – und das ist entscheidend, denn nicht jede Therapie eignet sich für jeden Schweregrad.

„Individuell behandeln“ bedeutet, dass es die eine richtige Therapie nicht gibt. Der Abend stellt die drei etablierten Behandlungswege nebeneinander. Die nächtliche Überdrucktherapie (CPAP) ist der Standard bei mittel- und schwergradiger Schlafapnoe. Eine Maske hält die Atemwege mit leichtem Überdruck offen. Sie wirkt zuverlässig, verlangt aber Gewöhnung. Worauf es beim Einstieg ankommt und wann eine Umstellung sinnvoll ist, erläutert Prof. Dr. med. Dennis Ladage, Chefarzt der Klinik für Pneumologie. Für Patienten mit leicht- bis mittelgradiger Schlafapnoe und alle, die mit der Maske nicht zurechtkommen, kann eine Unterkieferprotrusionsschiene eine Alternative sein. Die individuell angefertigte Schiene verlagert den Unterkiefer im Schlaf leicht nach vorn und schafft so mehr Platz im Rachen. Christoph Schindler, Zahnarzt mit Zusatzbezeichnung zahnärztliche Schlafmedizin, erklärt, für wen sich das Verfahren eignet. Als drittes Verfahren stellt Eleni Zioga, Oberärztin der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, den Zungenschrittmacher vor. Das System erfasst den Atemrhythmus und stimuliert während der Einatmung den Zungennerv. Die Zungenmuskulatur spannt sich an, die Zunge bewegt sich leicht nach vorn – so bleiben die oberen Atemwege frei. Das Verfahren kommt für ausgewählte Patienten mit mittel- bis schwergradiger Schlafapnoe infrage, die die Überdrucktherapie nicht vertragen oder nicht ausreichend anwenden können.

Rund ein Drittel des Abends ist für Fragen reserviert – diese sind ausdrücklich erwünscht.