Der frühere Bundespräsident und Ministerpräsident begleitete den zum 33. Mal ausgetragenen Innovationswettbewerb als Mentor. In dem wissenschaftlichen Auswahlverfahren überzeugte das Krankenhaus in der Größenklasse C (über 200 Mitarbeiter in Deutschland) besonders in der Kategorie Außenorientierung/Open Innovation.
356 Unternehmen hatten in der 33. Runde von TOP 100 ihre Bewerbung eingereicht. 282 Mittelständler bestanden das Auswahlverfahren. Um in die TOP 100 zu gelangen, mussten die ausgezeichneten Unternehmen in den fünf Kategorien Innovationsförderndes Top-Management, Innovationsklima, Innovationsprozesse und Organisation, Außenorientierung/Open Innovation sowie Innovationserfolg überzeugen. Zentral dabei ist die Frage, ob den Innovationen innovationsförderliche Strukturen und eine innovative Unternehmenskultur zugrunde liegen.
Für die Kliniken Maria Hilf nahm der stellvertretende ärztliche Direktor und Leiter der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie, Prof. Dr. med. Adrian Ringelstein den Preis von Christian Wulff entgegen.
In einem Auszug aus dem Unternehmensportrait, welches zu den Grundlagen für die Auszeichnung als TOP 100-Unternehmen zählt, heißt es:
Wenn in Mönchengladbach ein Patient mit einem lokal fortgeschrittenen Lungenkrebs zur Bestrahlung kommt, plant die Radioonkologie der Kliniken Maria Hilf die Behandlung heute anders als früher. Auslöser war eine internationale Studie, in der eine spezielle Untersuchung Tumorherde gut sichtbar machte. Durch eine besondere Bestrahlungsplanung konnte das Auftreten eines erneuten Tumorwachstums in der ursprünglich befallenen Region auf fast die Hälfte reduziert werden.
Das katholische Krankenhaus mit seinen 16 Kliniken und 23 zertifizierten Zentren ist ein akademisches Lehrkrankenhaus der RWTH Aachen und bindet mit einer eigenen Akademie für Gesundheitsberufe Medizinstudenten und Auszubildende eng in den Betrieb ein. Die jungen Kollegen bringen Erfahrungen aus Studium und Lehre ein. Zugleich beteiligt sich die Klinik an klinischen Studien und kooperiert unter anderem mit der Hochschule Niederrhein. Im Leitmotiv der Klinik wird ausdrücklich die Fürsorge für Patienten und Mitarbeiter betont. „Der prägende Aspekt der Zugewandtheit erfordert ein stetes Vorleben“, sagt Geschäftsführer Dr. Paul Schneider.
KI-gestütztes Monitoring-System
Die hohe Zahl invasiver Schlaganfallbehandlungen bedeutet für Neurologie und Kardiologie viel Arbeit. Daher haben die beiden Bereiche 2025 ein KI-gestütztes Monitoring-System eingeführt, dass die laufenden EKG-Messungen automatisch auswertet und kurze, unregelmäßige Herzrhythmusstörungen als wichtigen Risikofaktor für Schlaganfälle erkennt. Parallel verlagerten die Verantwortlichen die für viele Betroffene notwendige Herzultraschall-Untersuchung räumlich in die Nähe der spezialisierten Schlaganfallstation, um Wege zu verkürzen und Abklärungen zu beschleunigen. Spezialisierte Assistenten unterstützen Ärzte bei Gefäßuntersuchungen und Berichten, und ein Drei-Schicht-Dienst sichert die ärztliche Präsenz rund um die Uhr.
Neue Aufgaben für Pflegeabsolventen
In der Pflege entwickelten duale Studenten gemeinsam mit der Klinikpraxis neue Aufgaben für Pflegefachpersonen mit Hochschulabschluss. Diese führen mit den Kollegen auf den Stationen eigenständige Pflegevisiten bei besonders pflegeaufwändigen Patienten durch, betrachten Situationen mit einem wissenschaftlich geschulten Blick und hinterfragen Maßnahmen. Die so begleiteten Patienten zeigen einen deutlich besseren Heilungsverlauf, Komplikationen konnten vermieden werden, und das Pflegepersonal profitiert von der direkten Weitergabe von Wissen und Know-how.
Seit 1993 vergibt compamedia das TOP 100-Siegel für besondere Innovationskraft und überdurchschnittliche Innovationserfolge an mittelständische Unternehmen. Gründer Prof. Dr. Nikolaus Franke gehört mit 27 Forschungspreisen und über 200 Veröffentlichungen international zu den führenden Innovationsforschern.