Alle vier neuen Majestäten des Bezirksverbandes Krefeld-Willich-Meerbusch kommen in diesem Jahr aus der Stadt Willich. Beim Bezirksschützentag in Clörath-Vennheide setzte sich der 27-jährige König von Niederheide durch. Der Wirtschaftsprüfer Matthias Wolf gab dem Holzvogel mit dem 94. Schuss den Rest und folgt damit auf Markus Schroers vom Inrath (Krefeld). Der Ossum-Bösinghovener König Tom Waldor hielt die Meerbuscher Fahne hoch, Peter Schmidt und Fabian Tichelkamp aus Oppum vertraten die Krefelder Bruderschaften. Insgesamt waren sechs Bruderschaftskönige und Königin Daniela Kempen aus Anrath im Ringen um das ehrwürdige Bezirkssilber angetreten.
Unter den Jungschützen gab es gleich drei Wettkämpfe in unterschiedlichen Altersklassen. Jungschützenprinz wurde mit dem 142. Schuss Zino Schumacher aus Anrath, der gegen Pauline Klespe aus Ossum-Bösinghoven und Tobias Dautzenberg aus Niederheide angetreten war. Bei den Schülern setzte sich mit dem 188. Schuss Leon Gaudian aus Anrath gegen fünf Mitbewerber durch. Im Ringen mit dem Lichtgewehr um die Würde des Kinderkönigs hatte Sophie Roebers aus Niederheide die Nase vor. Sie war gegen einen Prinzen und weitere drei Prinzessinnen angetreten.
Zu den ersten Gratulanten zählte Diözesankönig Julian Hardt vom Grenzweg. Seine Heimatbruderschaft ist allerdings Clörath-Vennheide, so dass sein Erscheinen Ehrensache war. Er wirkte auch an der Krönung des neuen Bezirkskönigs mit. Die neuen Bezirksmajestäten sind berechtigt, an den Wettbewerben um die Würde der Bundes- und Diözesanmajestäten teilzunehmen.
Ein besonderes Ereignis war die Verleihung des Anno Santo-Kreuzes an Marcus Herold, den Präsidenten der ausrichteten Bruderschaft. Er hatte für die St. Johannes-Schützengesellschaft an einer Romwallfahrt teilgenommen. Anlässlich des nur alle 25 Jahre stattfindenden Heiligen Jahres überreichte der Stellvertretende Bundesschützenmeister das noch von Papst Franziskus geweihte Silberkreuz unter dem Beifall von rund 250 Schützen im Rahmen eines Wortgottesdienstes. Den zelebrierte Petra Nießen, die erst im Januar die entsprechende Ausbildung bei der Diözese durchlaufen hatte und nun mit Bravour ihre Feuertaufe bestanden hat.
Ebenfalls im Rahmen des Bezirksschützentages überreichte Bezirksbundesmeister Dr. Mike Kunze die Auszeichnung „Schütze des Jahres 2025“ an den Lank-Latumer Herbert Schäfer. Schäfer hatte als Bankbetriebswirt Karriere und ein kleines Vermögen gemacht. Seit zwei Jahrzehnten ermöglicht der 85-Jährige damit verschiedene Projekte für seinen Heimatort. So finanzierte der persönlich bescheidene Mann die Sichtbartmachung des Kirchengrundrisses im Ortszentrum 2014, die Brücken und Brückenwächter am Latumer oder den geplanten Schützenbaum auf dem Alten Schulhof. Ebenfalls geplant ist ein Denkmal für den Fabrikanten Franz Schmitz, auf dessen Wirken der Latumer See als Kiesgrube zurückgeht. Außerdem hat Schäfer bereits den Finanzierungsvertrag für eine Sporthalle unterschrieben. In den meisten Fällen war lange kaum bekannt, wer als großzügiger Spender diese Vorhaben ermöglicht hat. Als Schützenbruder ist Schäfer seit 1970 bei der Gesellschaft Reserve engagiert.
Diese Auszeichnung wurde 2018 für Schützen geschaffen, die sich außerhalb des Schützenwesens in besonderer Weise ehrenamtlich oder gesellschaftlich herausragend engagieren. Erster Preisträger war der Verbandsfunktionär Hans-Joachim Hofer, gefolgt von Klaus Claaßen vom Volksbund Kriegsgräberfürsorge (beide Krefeld). Aus Meerbusch wurden bereits Sportfunktionär Heinz Schaven (Osterath) und Dr. Markus Groteguth (Lank-Latum) als Impfarzt während der Coronapandemie sowie aus Willich der Feuerwehrmann Peter Kirchkamp geehrt.
Dem Bezirksverband Krefeld-Willich-Meerbusch gehören 18 Bruderschaften mit rund 4 500 Schützen und über 700 Jungschützen an. Den nächsten Bezirksschützentag richtet die St. Sebastianus-Bruderschaft Neersen anlässlich ihres 225-jährigen Bestehens im nächsten Jahr aus.