1. Niederrhein

Kreis Wesel passt Teststrategie an: Virusmutationen sofort identifizieren

Kreis Wesel passt Teststrategie an : Virusmutationen sofort identifizieren

Um einen genauen Überblick über die regionale Verbreitung von Mutationen des Coronavirus (VOC-Infektionen) im Kreis Wesel zu erhalten, passt der der Fachdienst Gesundheitswesen des Kreises Wesel seine Teststrategie an.

Ab sofort wird bei allen positiv getesteten Covid-19-Proben, die in den Testzentren des Kreises Wesel ermittelt wurden, eine Typisierung vorgenommen. Bei einem entsprechenden Nachweis kann das Gesundheitsamt auf diese Weise schneller geeignete Maßnahmen zur Eindämmung ergreifen.

Die Typisierung ist ein gezieltes Untersuchungsverfahren auf die bisher bekannten neuen Virusvarianten, das verlässliche Rückschlüsse auf vorhandene Infektionen zulässt. Die Feststellung einer Infektion mit einer Virusmutation hat Konsequenzen für die Quarantäneanordnung der engen Kontakte (sog. Kontaktpersonen 1. Grades). In diesen Fällen ist eine Verkürzung der Quarantäne nicht möglich. Zudem soll nach 14 Tagen ein negatives Testergebnis zur Aufhebung der Quarantäne vorliegen.

Das Land NRW hat angeordnet, fünf bis zehn Prozent aller positiven Proben auf Virusmutationen zu testen (sog. Sequenzierung). Bisher hatte der Kreis Wesel die Labore zusätzlich mit einer Typisierung bei Kontaktpersonen von VOC-Infizierten, bei Zweitinfektionen, bei positiven Befunden in Ausbruchssituationen, bei Impfdurchbrüchen (Erkrankungsfälle bei Geimpften), zur Aufklärung von komplexen Infektionsgeschehen (beispielsweise mit mehreren möglichen Ursachen) sowie bei Reiserückkehrenden aus Ländern, in denen das Auftreten bekannt geworden ist, beauftragt.

„Aufgrund der bisher eher stichprobenartigen Testungen auf Virusmutationen ist die Gesamtzahl der festgestellten Varianten einer Virusmutation im Kreis Wesel noch nicht aussagekräftig. Mit der Typisierung aller positiven Befunde und der damit verbundenen strengeren Quarantäneanordnung für Infizierte und deren Kontakte möchten wir die Verbreitung der neuen, besorgniserregenden Varianten noch besser überblicken und möglichst verlangsamen“, erklärt Vorstandsmitglied Michael Maas.

Die Gesamtzahl der festgestellten britischen Varianten lag bis Dienstag, 23. Februar 2021, kumuliert bei 50. In zwei Fällen ist die Südafrikanische Variante festgestellt worden. Bei den vulnerablen Personengruppen in Einrichtungen wurde bisher keine Virusmutation festgestellt.