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Tierherberge Kamp-Lintfort informiert: „Keine Tiere im Internet kaufen“

Tierherberge Kamp-Lintfort informiert : „Keine Tiere im Internet kaufen“

„Immer noch trifft man Hundehalter, die sich ihren Hund über das Internet angeschafft haben. Obwohl Tierheime und andere seriöse Tierschutzorganisationen aufklärend davor warnen, denn es kann niemals ein tierisch gutes Angebot sein“, sagt Karin Kuhlmann von der Tierherberge Kamp-Lintfort.

„Über Online-Plätze wie z.B. bei eBay werden lebende Tiere wie Gegenstände angeboten, billig, alle Rassen als Massenware und problemlos lieferbar. Als Lockmittel werden Fotos von putzigsten Welpen mit Kulleraugen zu einem günstigen Preis reingesetzt. Man erfährt weder die Herkunft der Tiere, ihre bisherige Art der Unterkunft, noch von ihrem gesamten Gesundheitszustand. Auch wird nichts über die Elterntiere berichtet, die überwiegend im Osten in schlimmsten Zuständen vor sich hinvegetieren.

Dass meistens skrupellose Tierhändler dahinterstecken, die ihre Massentierhaltungen unter den grausamen, höchst artwidrigen Bedingungen als finanziell lohnende Einnahmequelle sehen, scheinen naive ‚Verbraucher’ noch immer nicht begriffen zu haben. Tierschutz ist für diese Händler ein Fremdwort und besonders Hundeverkäufe sind ein lohnendes Geschäft.

Eine gesunde Aufzucht der Welpen mit mindestens 8-10 Wochen Verbleib beim Muttertier, vollwertiges Aufbaufutter, körperliche Pflege und tiergerechte Haltungsbedingungen sowie ausreichender Auslauf, der unbedingt auch für die Elterntiere artgerecht ist, sind diesen Tieren meist nicht vergönnt.

Oft stammen die drolligen Welpen, deren Anblick jedes Tierfreundherz höher schlagen lässt, aus sog. Zuchtfabriken, wo ein Muttertier als reine Gebärmaschine zu funktionieren hat. Frische Luft, menschliche Zuwendung oder Bewegung kennen sie nicht. Masse und billig, so lautet das Motto der dubiosen Händler. Einen sog. Rassehund preisgünstig zu ergattern, ist ein Grund, warum immer noch Menschen darauf reinfallen und sich auf diesem anormalen Weg ihren Vierbeiner anschaffen.

In Tierheimen, wo es sogar reinrassige Hunde gibt, weil auch eine Rasse davor nicht halt macht, oder bei seriösen Züchtern werden die Wesenszüge jedes einzelnen Hundes erkannt und beschrieben. Außerdem findet eine Beratung statt, welches Tier zu welchem Halter passt, was eine wichtige Voraussetzung für einen Kauf ist.

Vorgespräche, die die Gewissheit geben, ob dem ausgesuchten Hund eine artgerechte Haltung geboten werden kann und man seinen rassespezifisch angeborenen Bedürfnisse im neuen Zuhause auch gerecht wird, sind hier Priorität.

Da die Welpen beim illegalen Handel schon wenige Wochen nach ihrer Geburt von ihrer Mutter entrissen und sofort verkauft werden, ist ihre komplette Frühimpfung oft nicht gewährleistet und eine vollständig ärztliche Versorgung fehlt. Das hat zur Folge, dass zahlreiche Hundebabys kurz nach dem Verkauf krank werden oder nach kurzer Lebenszeit sterben. Dann wundern sich die Käufer, dass das einst als Schnäppchen erworbene Tier plötzlich teuer wird, weil Tierarztbehandlungen anstehen. Was man beim Kauf meint zu sparen, gibt man beim Tierarzt mehrfach wieder aus.

Nicht selten landen dann Hunde, Katzen und Co. aus dem Internet im Tierheim. All das ist dem Händler egal, denn er bleibt oft anonym und legt keinen Wert auf weiteren Kontakt zum Käufer. Auch hat der Tierhalter keine Möglichkeit, nach Abwicklung des Kaufes Fragen an den Züchter zu stellen, weil jedes Tier dort nur als Sache registriert wird, die auf schnellstem Weg viel Geld einbringt. Kein echter Tierfreund sollte den Verkauf von lebenden Wesen im illegalen Haustierhandel unterstützen und Online-Marktplätzen stets kritisch gegenüber stehen. Der beste Rat ist immer, Tierheime aufzusuchen, wenn man sich ein Haustier anschaffen möchte. Die fachlich kompetente Beratung der Betreuer, die jedes Tier kennen und charakterlich einzuschätzen wissen, sichert ein gutes Gewissen, weil man tierschutzrechtlich und ethisch den richtigen Weg gegangen ist.“