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Tierherberge Kamp-Lintfort blickt zurück auf 2020: Glücksfelle 2020

Tierherberge Kamp-Lintfort blickt zurück auf 2020 : Glücksfelle 2020

„Das Jahr 2020 verlangte von Mensch und Tier eine große und geradezu paradoxe Herausforderung im gewohnten Lebensrhythmus“, beginnt Karin Kuhlmann von der Tierherberge Kamp-Lintfort ihren Jahresrückblick.

„Die Corona-Pandemie wird unseren Alltag vermutlich noch lange dominieren, so dass es auch im Tierschutz Veränderungen geben muss. Aufgrund der wochenlangen Schließung für Besucher und Gassigänger zum Schutz der Betreuer und damit der Tiere verursachte die Kontaktsperre für die Tierherberge Kamp-Lintfort, wie auch für alle anderen Heime und Gnadenbrotplätze, finanzielle Probleme, weil Einnahmen und Spenden weggefallen sind. An dieser Stelle ein Dankeschön an alle, die ehrenamtlich geholfen haben, den Hunden in der Tierherberge den Alltag durch Zeit für Spaziergänge, Spenden oder Kuscheln zu erleichtern.

Was Tierquälereien betrifft, so sind die Betreuer*innen in der Tierherberge schon einige grausame Entdeckungen gewohnt. Jedoch in diesem Jahr war ihre Erschütterung bei der Aufnahme einer kaltherzig ausgesetzten Shiba Inu Hündin extrem groß. Unfassbar aber wahr hat „Yumi“, wie sie liebevoll in der Tierherberge genannt wird, ihre vier Pfötchen verstümmelt, die vermutlich von Tierhassern abgehackt wurden. Neben unsagbar körperlichem Leid kommen noch schlimme seelische Wunden dazu, so dass die Hündin in einer Verfassung ist, die noch eine lange Zeit brauchen wird, bis sie wieder Menschen vertrauen kann und für die komplizierte Behandlung der Prothesenanpassung psychisch gefestigt ist.

Vermittelt!

Mit großer Sicherheitsvorkehrung und Einhaltung aller Hygieneregeln konnten in den letzten Monaten dank des motivierten Tierheimpersonals doch einige Hunde gut vermittelt werden. Die Ausgeh- und Kontakteinschränkungen wegen Corona haben vermutlich Hundefreunde dazu motiviert, sich einen Vierbeiner anzuschaffen. Es ist zu hoffen, dass es für alle Tiere auch nach Corona ein Dauerzuhause bleibt.

Es gab also auch 2020 sogenannte ‚Glücksfelle’, darunter erfreulicherweise auch ältere Vierbeiner mit ihrer letzten Chance auf eine Adoption. Das sind: Frieda (Beagle Hündin, 8 Jahre),
Lupo (Mix-Rüde, 3 Jahre), Balou (Berner Sennen Mix Rüde, 7 Jahre), Rüdiger (Jack Russell Rüde, 15 Jahre), Duke (Shar Pei/Canario Mix, 4 Jahre), Keks (Jack Russell, 8 Jahre), Sammy (Schäferhund/Husky Mix, ein Jahr), Nandy (Mix Hündin, 2 Jahre), Laika (Labrador Hündin, 9,5 Jahre), Tajo (Mix Rüde, 1,5 Jahre), Bilbo (Mix Rüde, 10 Jahre), Elu (Dt. Schäferhündin, ein Jahr), Bagel (Terrier Mix Rüde, 2 Jahre), Benny (Westhighland Rüde, 15 Jahre), Uwe (Mix Jagdhund, 8 Monate), Ebby (Mix Hündin, 4 Jahre), Yuven (Mix Rüde, 4 Jahre), Dana (Mix Hündin, 5 Jahre), Jakob (Mix Jagdhund, 7 Monate), Beauty (Mix Hündin, ein Jahr), Benji (Mix Jagdhund, 11 Monate), Delia (Mix Hündin, ein Jahr), Abena (Mix Junghündin, 9 Monate), Dailala (Mix Hündin, ein Jahr), Quinn (Riesenschnauzer Mix, 4 Jahre), Bruno (Mix Rüde, ein Jahr), Afua (Mix Hündin, 6 Jahre), Aaron (Labbi Mix Rüde, ein Jahr) und Laser (Labrador Rüde, 8 Jahre).

Wie in jedem Jahr gibt aber es auch wieder die ‚Pechvögel’ unter den Tierheimhunden, bei denen es noch zu keiner glücklichen Vermittlung gekommen ist. Mag es an ihrem fortgeschrittenen Alter liegen oder daran, dass sie einen unglücklichen Start in artwidriger Haltung hatten, daher etwas vorbelastet sind und demnach länger brauchen, Menschen wieder zu vertrauen. So wie Sonja, Bonny, Lennox, Jeremy, Kalli, Torros, Johnny, Leon, Duke und Laika.

Wir hoffen alle, dass es wieder eine unbeschwerte Zeit wie vor Corona geben wird. Vielleicht hat uns die Pandemie gelehrt, dass Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft aber auch verantwortungsvoller Umgang mit unseren Tieren elementar wichtig sind.“