1. Niederrhein

OB Link sieht Duisburg in der Corona-Pandemie auf gutem Weg

Zwischenbilanz zur Corona-Pandemie in Duisburg : Sorge vor den Mutanten

Oberbürgermeister Sören Link sieht Duisburg in der Corona-Pandemie auf einem guten Weg, warnt aber vor zu vielen vorzeitigen Lockerungen.

Nach langer Zeit wurde der große Ratssaal im Duisburger Rathaus mal wieder genutzt - nicht für die Ratssitzung, die fand in der Mercatorhalle statt; der Ratssaal ist für den Duisburger Rekord-Rat mittlerweile (und mit Corona-Auflagen sowieso) zu klein ... Der Oberbürgermeister hatte die Presse zu einer Zwischenbilanz in Sachen Corona in Duisburg eingeladen. Die Gelegenheit war günstig: Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz knapp über 50 steht der einstige NRW-Hotspot Duisburg gerade ziemich gut da. „Das kommt nicht von alleine“, sagte Link und dankte zum einen der Verwaltung, die von Anfang an den relativ restriktiven Kurs der Stadt umgesetzt habe, zum anderen den Bürgern der Stadt, deren Mehrheit „sich in überragender Weise an die Regeln hält und hinter ihnen steht“.

Ohne die neuen Virus-Mutanten läge die Inzidenz sogar nur um die 30. Das ist aktuell das Problem, sozusagen das Wasser, das insbesondere Gesundamtsleiter Ludwig Hoeren in den Wein kippte: Der Anteil der mit einer Virus-Mutation Infizierten nimmt zu, von 20 Prozent in der Vorwoche auf 40 Prozent am letzten Mittwoch. 128-mal wurde in Duisburg bisher eine Virus-Mutation nachgewiesen. Die südafrikanische Mutante sei bisher nur lokal begrenzt aufgetreten, aber die britische (B.1.1.7) bereitet Sorgen. „Jede Maßnahme, die gelockert wird, wird einen Eintrag mitbringen“, sagte Hoeren, dass sich die Schul- und Kita-Öffnungen wohl bemerkbar machen werden, wenn auch noch nicht abzuschätzen sei, wie sehr. „Die Schulen konnten sich vorbereiten“, so Krisenstabsleiter Andree Haack, der jetzt vor allem auf die Schnell- oder sogenannten Spucktests hofft: „Wir warten händeringend auf Informationen aus dem Ministerium!“

Auch die Impfungen seien gut gestartet, so OB Link, die erste Runde sei „fast durch“, es habe viel Anerkennung für die hilfsbereite Atmosphäre im Impfzentrum Theater am Marientor gegeben. Das TaM sei, mitten in der Stadt, gut gelegen, findet Christian Umbach, stellvertretender Leiter der Feuerwehr, nahezu alle vereinbarten Termine würden auch eingehalten.

Ein Problem sei die mangelnde Akzeptanz des Impfstoffs Astrazeneca, mit dem jetzt vor allem Ärzte mit entsprechenden Schwerpunkten, ärztliches Peronal, Rettungssanitäter und mobile Pflegekräfte geimpft werden sollen. Der Impfstoff werde nicht so gut angenommen wie der von Biontech. Dafür gebe es aber keinen Grund, so Ludwig Hoeren: Wenn man die bisherigen Ergebnisse nimmt, „ist das ein sehr, sehr guter Impfstoff.“ Die Nebenwirkungen seien alle im Rahmen: nicht angenehm, aber auch nicht schwerwiegend. Und 30 Prozent aus der Placebo-Gruppe bei den Testreihen hatten sie auch ... Wie viel Rückkehr zur Normalität möglich ist, hängt für OB Sören Link ganz entscheidend davon ab, „wie wir als Gesellschaft uns zur Impfung verhalten.“ Für Lockerungen müssen sich „viele Menschen impfen lassen, wenn sie dran sind.“ Das TaM hat noch genügend Kapazitäten: Erst sechs der vorhandenen 14 Impfstraßen werden bisher genutzt, und die auch nur an halben Tagen. Ab Mitte März habe das Land höhere Impfkapazitäten versprochen, machte Andree Haack Hoffnung, „dass wir den Sommer vielleicht doch noch einigermaßen genießen können.“