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Schlosstheater Moers: Mit 21 Lovesongs gegen die Corona-Einsamkeit

„21 Lovesongs“ : Schlosstheater wagt eine Premiere - online, aber live!

Quasi das Verbotenste, was es gibt derzeit: Singen. Genau das macht das Schlosstheater: Mitglieder des Ensembles singen „21 Lovesongs“ in aerosoldichten Kabinen - ein Schrei nach Freiheit.

„Covid 21“ sollte das Stück ursprünglich heißen; als die Spielzeit geplant wurde, „dachten wir, das sei lustig“, sagt Dramaturgin Viola Köster: „Das passte jetzt nicht mehr.“

„21 Lovesongs“ heißt es jetzt minimal sachlicher, „zukunftsweisend und herzerwärmend“, sagt Intendant Ulrich Greb. Aus 250 Songs haben sich die Ensemblemitglieder in der ersten Probe ihre Lieblingssongs herausgegriffen und daraus, angereichert mit theoretischen Texten, den Stoff entwickelt. Als Antwort des Schlosstheaters auf die Pandemie-Krise ist das gedacht, Sehnsucht nach Berührung, ein Schrei nach Freiheit, beschreibt Köster, aber: „Wir verhandeln schon große Themen, gehen über die Pandemie hinaus.“

Für so etwas Gefährliches wie einen Liederabend musste Bühnenbildnerin Birgit Angele eine gute Raumlösung finden. Sie hat sich dabei, naheliegend, an der Konstruktion für Camus’ „Pest“ orientiert. Patrick Dollas, Matthias Heße, Emily Klinge, Roman Mucha und Elisa Reining werden in Kabinen sitzen und sich beim Singen mit Smartphones filmen, in einer sechsten Kabine sitzen der musikalische Leiter Jan Lammert am Piano und sein Bruder Jens an Gitarre und Bass. Die Songs erklingen in durchaus eigenständigen Interpretationen und spannen einen Stimmungsbogen, unter dem Billie Eilish und Richard Strauss, Miley Cyrus und Ton Steine Scherben, Metallica und Max Raabe und tatsächlich leider auch Heinz Rudolf Kunze ihren Platz finden ... Ein mobiler Kameramann außerhalb der Kabinen ergänzt die Innensicht. Alles live und mit klassischem Einlass - Greb empfiehlt Kopfhörer fürs optimale akustische Erlebnis.

„Das Projekt wird den direkten Kontakt zum Publikum nicht ersetzen können“, sagt Greb, „wir glauben aber, eine Erzählweise zu finden, die auch das Herz massieren wird.“ Mit der Musik soll der Abend „zur Stärkung der Abwehrkräfte“ dienen.

21 Lovesongs, Premiere am Donnerstag, 18. Februar, um 19.30 Uhr; weitere Vorstellungen am 20. und 27. Februar sowie 7., 13., 21. und 27. März - alle Vorstellungen live.

Tickets gibt es für 5, 10 oder 15 Euro (Preisstufe freiwillig) über die Streamingplattform „dringeblieben.de“: https://dringeblieben.de/schlosstheater-moers/videos