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Jubiläumsausgabe kann nur digital besucht werden: Moers muss streamen

Jubiläumsausgabe kann nur digital besucht werden : Moers muss streamen

Nun ist es heraus: Die ab sofort gültige Coronaschutzverordnung untersagt trotz vielfältiger Lockerungen weiterhin Festivals. Das 50. Moers-Festival wird, allen Bemühungen zum Trotz, digital stattfinden müssen.

Letzten Montag waren Moers-Kultur-Geschäftsführerin Helena Lischka und Festivalsprecher Thorsten Töpp noch optimistisch. „Wir halten uns bis zuletzt jede Option offen“, so Lischka. Der Rodelhügel sollte komplett umzäunt werden, die für die Fläche äußerst wenigen Zuschauer hätten reservierte Sitzplätze eingenommen, nachdem sie vorher in einem Testzentrum ihre Coronafreiheit attestiert bekommen hätten ... Der maximale Aufwand für ein Minimum an Öffentlichkeit wurde nicht belohnt. Wie schon im Vorjahr kann auch die Jubiläumsausgabe vom 21. bis 24. Mai nur digital besucht werden.

„Das war schon ein herber Schlag“, kommentiert der künstlerische Leiter Tim Isfort die neuen Verordnungen, „Wir haben bis zuletzt auf Zuschauer gehofft.“ Damit fallen Camping, Festivaldorf und Händlerbereich weg. Die im Vorverkauf erstandenen Tickets können über den Partner AD Ticket zurückgegeben werden, der komplette Ticketpreis und alle Gebühren werden erstattet.

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„Aber natürlich freuen wir uns, wenn unsere Unterstützer und Fans wieder spenden. Das kann ganz einfach an unseren neuen Förderverein Moersfriends gehen“, sagt Isfort. Alle Konzerte kann man im Arte-Concert-Live-Stream erleben, der Radiosender WDR 3 überträgt wie gewohnt am Samstagabend.

Bei der - digitalen - Pressekonferenz am letzten Montag ging’s um die Sonderprojekte zum Festivaljubiläum. Die sind alle coronakonform, weil digital. Bzw. einzeln an der frischen Luft, es gibt nämlich Sachen für alle Moerser und für diejenigen, die zu Pfingsten in Moers sind. Sie können sich eins der upgecycleten Moers-Bikes ausleihen und die Jubiläumsfotoausstellungen abfahren: Über 70 Porträts, die Fotograf Frank Schemmann von Festivalmusikern direkt nach ihrem Auftritt aufnahm, hängen bereits in den Bäumen entlang der historischen Wallanlage. Gerade aufgebaut wird „Leichtsinn! 50 Jahre Weltrevolution links am Niederrhein“. Auf Freiflächen, an Hauswänden und öffentlichen Orten sind insgesamt 50 Momentaufnahmen aus 50 Jahren Festival zu bewundern, zum Teil großformatig, zum Teil muss man sie suchen. Per QR-Code auf dem Bürgersteig geht’s zur Geschichte hinterm Bild, wird die Fotoausstellung zum Geo-Caching.

Ebenfalls ähnlich wie Geo-Caching funktioniert der Klangpfad, dem man mit dem Smartphone im Schlosspark folgen kann, der Station für Station spannende Sounds und von Schülern des Gymnasiums Filder Benden entworfene Szenerien liefert.

Und weil dem Ingenieur auch das Moers-Festival nicht zu schwoer ist, sondern weil es dem Maschinen- und Anlagenbauer und Softwareentwickler Michael Schroer schon immer gefallen hat, wie das Moers-Festival „radikal jedes Jahr alles umgehauen und neu zu denken“ verstanden hat, hat er zusammen mit Bühnenbildnerin Birgit Angele und Felix Hecker das digitale „Moersland“ gebaut: ein riesiger Elefant mit einem ebensolchen Gedächtnis, durchs Auge zu betreten ... Und das Jubiläum geht weiter, bis es im nächsten Jahr dann „50 Jahre Moers-Festival“ heißt, mit 50 musikalischen Grüßen, auf www.moers-festival.de, wo auch die endlose Chronik „Revisiting Moers“ beginnt, deren endlicher Teil ab dem 20. Mai auch gedruckt zu bekommen ist ...