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Ausbau A57: Holderberger fordern „Lärmschutz für alle“

Ausbau A57 : Holderberger fordern „Lärmschutz für alle“

Die A57 soll zwischen Krefeld-Gartenstadt und dem Kreuz Moers sechsspurig ausgebaut werden. In Holderberg wird es eine Lärmschutzlücke geben. Die betroffenen Anwohner*innen fordern eine durchgehende Lärmschutzwand. Die Einspruchsfrist hat begonnen.

Bis Freitag lagen die Planungsunterlagen aus, nun beginnt die vierwöchige Einspruchsfrist. In Holderberg hofft man, dass bis zum 19. März viele Einwendungen bei der zuständigen Bezirksregierung Detmold eingehen, denn die Planung des Lärmschutzes weist eine 500 Meter lange Lücke auf - und zwar für die Ostseite im Bereich vom Grafschafter Rad- und Wanderweg bis zur Brücke über die Wilhelm-Anlahr-Straße. „Dies bedeutet, dass ein Großteil der Holderberger Anwohner/-innen bei steigendem Verkehrsaufkommen weiterhin mit der Dauerlärmbelastung leben muss. Bei normalen Windverhältnissen schallt der Autobahnlärm bis zur Bruchstraße“, sagt Birgit Ocklenburg, die gemeinsam mit weiteren betroffenen Anwohnern die Initiative „Lärmschutz für Alle!“ gegründet hat. Ihr Ziel: Über die Möglichkeit informieren, gegen diese Planung fristgerecht eine Einwendung geltend zu machen. Unter www.tinyurl.com/ausbau-a57 wurden daher alle wichtigen Punkte zusammengefasst; Sie finden neben der Problembeschreibung auch Anregungen, Formulierungshilfen und Unterschriftenlisten.

Das plant die

Autobahn GmbH

Vorhabenträger war zunächst der Landesbetrieb Straßenbau NRW, seit diesem Jahr hat die Autobahn GmbH des Bundes die Zuständigkeit für die Autobahnen in NRW übernommen. Die Planungen sehen vor, die A 57 auf dem 6,43 Kilometer langen Abschnitt „Kapellen“ von bislang zwei auf künftig drei Fahrspuren je Fahrtrichtung auszubauen, ein konkreter Baubeginn lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Fünf Brücken (Moerser Straße, Vennikelstraße, Lauersforter Straße, „Klömpkenshof“ und Wilhelm-Anlahr-Straße) sollen im Zuge des Ausbaus abgerissen und neugebaut werden. Die K 3 und der Moerskanal sollen teilverlegt werden, die Unterführung des Weges „Krienshütte“ entfallen. Baulich angepasst werden müssen die Rampenfahrbahnen der Anschlussstelle „Kapellen“. Neben einem lärmmindernden Fahrbahnbelag, der zwischen zwei bis fünf dB(A) leiser als die Referenzwerte von Standardbelägen sein soll, sind 2,5 bis sieben Meter hohe Lärmschutzwände über Längen von etwa 3,7 Kilometer auf der Westseite und rund 4 Kilometer auf der Ostseite der A 57 vorgesehen.

„Im Bereich Moers-Holderberg sind umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen geplant, die das Lärmniveau auf das gesetzlich vorgeschriebene Maß abmindern, u. a. mit einer 6,0 m hohen Lärmschutzwand zwischen der L 475 (Krefelder Str.) und der Wilhelm-Anlahr-Straße“, erklärt Dr. Roland Nolte, Leiter Stabsstelle Kommunikation der Autobahn GmbH. Dass auf dem Abschnitt zwischen dem Grafschafter Rad- und Wanderweg bis zur Brücke über die Wilhelm-Anlahr-Straße keine Lärmschutzwände vorgesehen sind, sei das Ergebnis der lärmtechnischen Untersuchungen gemäß Bundes-Immissionsschutzgesetzes (16. BImSchV) sowie weiteren Richtlinien des Bundes. „Für weitergehende Lärmschutzmaßnahmen (Lärmschutzwände) mangelt es an einer gesetzlichen Grundlage“, so die abschließende Begründung.

Autobahnlärm ist belastend

Die lärmtechnischen Untersuchungen decken sich nicht mit den Erfahrungen der Menschen vor Ort: „Wir leben seit vielen Jahren mit dem ständigen Lärm der Autobahn und können aus unserer eigenen Erfahrung sagen, wie belastend dieses Dauerrauschen ist, auch wenn technische Berechnungen da anderer Meinung sind“, heißt es von Seiten der Initiative. Sie hoffen nun auf viele Einwendungen: „Egal ob als einzelne Person oder per Unterschriftenliste - umso mehr, desto nachhaltiger können wir demonstrieren, wie wichtig die durchgehende Lärmschutzwand für die Holderberger Anwohner/-innen ist.“