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Lizenzierungsverfahren Handball Bundesliga: TuS Lintfort beantragt Lizenz für die Bundesliga

Lizenzierungsverfahren Handball Bundesliga : TuS Lintfort beantragt Lizenz für die Bundesliga

Zweitligist TuS Lintfort hat die Unterlagen im Lizensierungsverfahren der Handballbundesliga eingereicht und einen Antrag auf Erteilung der Lizenz für die kommende Saison gestellt.

Für alle Vereine der 1. und 2. Bundesliga endete die Frist zur Antragstellung am 1. März. „Das ist in jedem Jahr eine sehr intensive Zeit, in der wir alle Finanzen, aber auch unserer Infrastruktur überprüfen müssen. Und gerade in Corona-Zeiten spielen die Finanzen ein extreme Rolle. Uns fehlen da natürlich Einnahmen aus dem Verkauf, den Zuschauern und den Fanartikeln“, erklärt Ulrich Klein, Vereinsvorsitzender und sportlicher Leiter des Bundesligateams.

Erstmals in seiner Vereinsgeschichte hat der Verein dabei einen Antrag auf Lizenzerteilung für die 1. und für die 2. Liga gestellt. „Eigentlich müssen wir uns ja immer mit dem Thema Abstieg in die 3. Liga beschäftigen und zweigleisig fahren. In diesem Jahr liegt der Zeitpunkt so, dass wir aber noch nach oben schielen dürfen“, erklärt Klein. Bei nur vier Punkten Rückstand gehört der TuS zu den wenigen Mannschaften, die rein rechnerisch den Aufstieg schaffen können. „Ich gehe zwar eher davon aus, dass wir zwischen Platz 6 und 9 landen, aber man weiß ja nie, was beim Handball raus kommt“, gibt sich Ulrich Klein realistisch. Der TuS Lintfort ist 2018 aufgestiegen und belegte im ersten Jahr in der 2. Bundesliga einen guten 10. Platz in der Tabelle. Im nächsten Jahr galt Lintfort als Abstiegskandidat Nummer eins, belegte aber beim Saisonabbruch den 8. Platz. Und in dieser Saison steht die Mannschaft von Trainerin Bettina Grenz-Klein trotz eines großen personellen Umbruchs auf Platz 4. Die Entwicklung ist also relativ stabil.

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Der Tabellenerste der 2. Liga würde direkt aufsteigen, der Zweite spielt dann eine Relegation gegen den Viertletzten der 1. Bundesliga. Also müsste der TuS Lintfort einen der ersten beiden Plätze erreichen. „Das ist natürlich völlig unrealistisch. Aber wir möchten nicht vor die Mannschaft treten müssen und erklären, dass wir keine Lizenz beantragt haben. Außerdem halte ich nichts davon, auf eine Aufstiegsmöglichkeit zu verzichten. Sportler kämpfen doch immer für das höchste Ziel“, erläutert der Vorsitzende seine Haltung zur Aufstiegsfrage. Machbar wäre ein Aufstieg aber nur, weil die Handballbundesliga den Aufsteigern eine Übergangsfrist von einem Jahr einräumt, bevor weitreichende finanzielle und organisatorische Vorgaben greifen. „Die Gebühren erhöhen sich und die Schiedsrichterkosten. Dafür sinken die Reisekosten deutlich. Und als Aufsteiger brauchen wir keine höhere Bürgschaft hinterlegen, müssen keinen neuen Hallenboden anschaffen und auch keine Hauptamtliche Geschäftsstelle stellen“, hat sich Klein mit den Vorgaben beschäftigt.

Langfristig wäre das alles nicht zu stemmen. Aber für ein Jahre wäre das durchaus machbar. Hier kommt dem TuS dann seine Struktur mit vielen ehrenamtlichen Helfern zugute, „die wir ja nicht alle gesondert bezahlen müssen. Bei uns arbeitet niemand hauptamtlich. Das würde auch so bleiben“, stellt Klein klar.