1. Niederrhein

Heribert Hölz dankt Spendern: Großes Vertrauen in Bosnienhilfe

Heribert Hölz dankt Spendern : Großes Vertrauen in Bosnienhilfe

Heribert Hölz fährt normalerweise drei- bis viermal im Jahr nach Bosnien, um dort nach seinen Hilfsprojekten zu sehen. Doch wegen Corona geht das nicht. Gut, dass sich der Neukirchen-Vluyner ein großes Netzwerk vor Ort aufgebaut hat - und das volle Vertrauen seiner Spender genießt.

Heribert Hölz ist überrascht. 130.000 Euro wurden im vergangenen Jahr an die Bosnienhilfe gespendet. Trotz Corona. Trotz Ausfall seiner Fahrten. Und weil er so überrascht ist, beginnt er die Spender zu kontaktieren. „Wir vertrauen ihnen und wissen, dass das Geld ankommt. Auch wenn Sie nicht selbst vor Ort sein können“, bekommt er zu hören.

Treue Spender

Heribert Hölz ist erfreut. Dass ihm besonders die langjährigen Unterstützer weiterhin ihr Vertrauen schenken, bedeutet ihm viel. Denn seine Hilfsprojekte können coronabedingt nicht schließen. Im Gegenteil: Sie werden mehr denn je gebraucht. Die Suppenküchen in Zenica und Budzak kann die Bosnienhilfe 2020 mit insgesamt 45.000 Euro unterstützen, für die Alten- und Krankenhilfe gibt’s 25.000 Euro. Auch viele Familienpatenschaften können mit 23.000 Euro weitergeführt werden. Hinzu kommen sogenannte Einmalhilfen, wie an einen Pfarrer aus Bijeljina, der im Grenzgebiet zu Serbien eine Gemeinde betreut, in der alte Menschen in Baracken leben. Oder für Ordensschwestern, die sich in den - immer noch - zerstörten Siedlungen in der Gegend von Brod (Grenze zu Kroatien) um die Dorfbewohner kümmern.

Vertrauenswürdiges Netzwerk

vor Ort

Heribert Hölz kann sich hierbei auf seine Leute vor Ort verlassen - mit den Jahren hat er sich ein vertrauenswürdiges Netzwerk in diesem von Korruption geprägten Land aufgebaut. Dr. Miljenko Anicic (Caritas-Direktor Banja Luka) gehört zu seinen engsten Vertrauten und hat die Projekte der Bosnienhilfe im Blick. Aber auch Personen, wie die Ordensschwestern, bei denen das Ehepaar Hölz seit Jahrzehnten auf seinen Fahrten übernachtet, sind eine große Stütze. Was derzeit leider auf Eis liegt, sind die Schafe. Also das Schafsprojekt. „Das lebt ja davon, dass ich in die Kindergärten und Schulen gehe, die Leute sich Namen für ihr gespendetes Schaf überlegen und ich die Übergabe an die Kleinbauern vor Ort begleite und Fotos mitbringe. Das ist in diesen Zeiten natürlich schwierig“, erklärt Hölz.

Heribert Hölz vermittelt

Das alles bedeutet jedoch nicht, dass Heribert Hölz jetzt gepflegt die Beine hochlegt. Im Gegenteil: Nach dem verheerenden Brand im Flüchtlingslager von Bihac vor einigen Wochen ist Bosnien wieder ins Zentrum der öffentlichen Wahrnehmung zurückgekehrt. Und wenn man Bosnien recherchiert, kommt man irgendwann auch auf den Namen Hölz. Anders ist es nicht zu erklären, dass zum Beispiel ein Anrufer aus Hagen in Neukirchen-Vluyn nach Rat fragt, wenn es darum geht, mit einer großen Spendensumme in Bihac helfen zu wollen. Sicher solle sie ankommen und nicht in falsche Hände geraten. Und Hölz lässt seine Kontakte spielen.

Auch den Schwestern der Mutter Teresa, die eine Suppenküche vor Ort errichten, hilft die Bosnienhilfe. Und sogar der Präsident der bosnischen Caritas, Tomo Knezevic, fragt nach Hölz’ Hilfe.

In Bosnien kennt man

Neukirchen-Vluyn

Neukirchen-Vluyn sei mittlerweile eine wichtige Station für Bosnien geworden, sagt der 78-Jährige. Gerne würde er in diesem Jahr wieder hin, aber planen könne man das derzeit ja nicht. Daher hofft Heribert Hölz, dass die Menschen ihm weiterhin ihr Vertrauen schenken: „Die Leute, die mich unterstützen und mir vertrauen, die sind es, die die Bosnienhilfe am Leben erhalten.“